Ausbildung in der Altenpflege

Ein sicherer Job mit Sinn und Perspektive

Altenpflegerinnen und Altenpfleger werden auf dem Arbeitsmarkt dringend gesucht. Bereits heute arbeiten über eine Million Beschäftigte in der Pflege – das sind mehr Beschäftigte als in der deutschen Automobilindustrie, für die Deutschland weltweit bekannt ist. Trotzdem besteht in der Pflegebranche ein Mangel an Altenpflegefachkräften.

Hintergrund hierfür ist, dass die Zahl der älteren Menschen aufgrund einer längeren Lebenserwartung kontinuierlich steigt, während die Zahl der jungen Menschen, die dem Ausbildungsmarkt zur Verfügung stehen, gleichzeitig sinkt. Für junge Menschen entstehen so in dem gesellschaftlich wichtigen Berufsfeld der Altenpflege gute und sichere Beschäftigungsmöglichkeiten.

Der Beruf ist anspruchsvoll, spannend und abwechslungsreich. Er bietet viele Entwicklungschancen, wohnortnahe Arbeitsplätze und nicht zuletzt einen sicheren Arbeitsplatz.

Vorausgesetzt wird ein hohes Maß an Fach- und Sozialkompetenz, Verantwortungsbewusstsein, Selbstständigkeit und Teamgeist. Medizinische, psychologische und therapeutische Fähigkeiten sind ebenfalls gefragt. Altenpflegerinnen und Altenpfleger brauchen auch Organisationsgeschick. Tagesabläufe sind zu planen und durchzuführen. Gleichzeitig muss dokumentiert und ein Blick dafür entwickelt werden, wo Menschen Hilfe brauchen. Das alles macht Altenpflegerinnen und Altenpfleger zu kompetenten Ansprechpartnern.

Fort- und Weiterbildungen bieten darüber hinaus vielfältige berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. So kann zum Beispiel als Wohnbereichsleitung, Pflegedienstleitung, Einrichtungsleitung, im Bereich der Lehrtätigkeit oder in der Pflegeberatung gearbeitet werden.

Altenpflegerinnen und Altenpflegern stehen damit viele Wege offen. Sie sind gefragt und haben gute Perspektiven.

Da es in Zukunft immer mehr ältere Menschen geben wird, die in Krankenhäusern, zu Hause oder in Pflegeeinrichtungen gepflegt werden müssen, werden viele Pflegefachkräfte gebraucht. Außerdem überschneiden sich die Aufgaben in allen Pflegebereichen immer mehr. Deshalb ist derzeit politisch angestrebt, dass die Ausbildungen in der Altenpflege, der Krankenpflege und der Kinderkrankenpflege in Zukunft weiterentwickelt und die drei Berufe zu einem einheitlichen Pflegeberuf zusammenführt werden. Die Pflege älterer Menschen wird auch im neuen Beruf ihre wichtige Bedeutung behalten.

Informationen zur Ausbildung – Ausbildungsvoraussetzungen

Wer eine Altenpflegeausbildung beginnen möchte, muss entweder 

  • einen Realschulabschluss oder
  • einen anderen als gleichwertig anerkannten Bildungsabschluss oder
  • eine andere abgeschlossene zehnjährige Schulbildung, die den Hauptschulabschluss erweitert, oder
  • einen Hauptschulabschluss und einen Abschluss in einer anderweitigen mindestens zweijährigen Berufsausbildung oder
  • einen Hauptschulabschluss und den anerkannten Abschluss einer Ausbildung in der Krankenpflegehilfe oder Altenpflegehilfe oder
  • eine andere abgeschlossene zehnjährige allgemeine Schulbildung

 besitzen. 

Da in der Altenpflege mit Menschen gearbeitet wird, ist neben ausreichenden Deutschkenntnissen vor Beginn der Ausbildung die Eignung zur Berufsausübung nachzuweisen. Dies gilt sowohl für das persönliche Verhalten als auch für die gesundheitliche Verfassung. Hierzu reicht normalerweise ein aktuelles Gesundheitszeugnis. Unter Umständen wird auch ein Führungszeugnis erwartet.

Die gesundheitliche Eignung wird durch ein aktuelles Gesundheitszeugnis nachgewiesen, das ebenfalls nicht älter als drei Monate sein darf. Hier prüft eine Arbeitsmedizinerin oder ein Arbeitsmediziner, ob gesundheitliche Einschränkungen vorliegen und ob aufgrund von Schwächen oder einer Sucht die Berufsfähigkeit ausgeschlossen ist.

Ob der Beruf der richtige ist, kann am  besten jeder selbst beurteilen. Hierfür gibt es keine genauen Regeln.

Als Faustformel kann sich jeder an der Ausbildung Interessierte daran orientieren, ob die folgenden Fragen mit „Ja“ beantwortet werden können: 

  • Bin ich einfühlsam und habe ich Freude am Umgang mit älteren Menschen?
  • Interessiere ich mich für pflegerische, medizinische und soziale Aufgaben?
  • Traue ich mir zu, ältere Menschen mit einem unterschiedlichen Hilfebedarf zu pflegen und zu betreuen?
  • Kann ich körpernah mit älteren kranken Menschen umgehen?
  • Kann ich mich schnell auf die Betreuung, Beratung und Förderung unterschiedlicher älterer Menschen einstellen?
  • Bin ich bereit, Verwaltungs- und Schreibarbeiten zur Planung und zur Dokumentation zu erledigen?
  • Kann ich eigenverantwortlich, aber auch im Team arbeiten?

Sinnvoll ist es auch, sich mit Altenpflegerinnen und Altenpflegern über ihre Arbeit zu unterhalten. Es empfiehlt sich außerdem, eine Pflegeeinrichtung zum Beispiel an einem Tag der offenen Tür zu besuchen. Hilfreich ist es ebenfalls, im Wege eines Schülerpraktikums in den Beruf hinein zu schnuppern.

So können erste Eindrücke gewonnen werden! 

Erfolgreich bewerben

Die Altenpflegeausbildung findet in Altenpflegeschulen und zu einem großen Teil in Pflegeeinrichtungen statt. Wer eine Altenpflegeausbildung beginnen möchte, benötigt deshalb sowohl einen Schulplatz für den theoretischen und praktischen Unterricht als auch eine Ausbildungsstelle bei dem Träger der praktischen Ausbildung.  Als Träger der praktischen Ausbildung kommen sowohl stationäre Pflegeeinrichtungen als auch ambulante Pflegeeinrichtungen (sogenannte Pflegedienste) in Betracht. Im Regelfall führen die Altenpflegeschulen und die Pflegeeinrichtungen getrennte Bewerbungsverfahren durch, weshalb die Bewerbungsunterlagen gleichzeitig an beide Ausbildungsträger geschickt werden sollten.

Zur Bewerbung gehören üblicherweise folgende Unterlagen:

  • Bewerbungsschreiben
  • Lebenslauf
  • Beglaubigte Zeugniskopien (bei ausländischen Zeugnissen eine Übersetzung und eine Bescheinigung über die Anerkennung des Abschlusses in Deutschland)
  • Arbeitszeugnisse, Praktikumsbescheinigungen
  • eventuell Bestätigung der gesundheitlichen Eignung
  • eventuell Vorlage eines Führungszeugnisses

Für den Unterricht kann man sich an staatlichen oder staatlich anerkannten Altenpflegeschulen bewerben.

Der Ausbildungsbeginn ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich. Viele Länder richten sich aber nach dem allgemeinen Schuljahresbeginn. In den Ländern, in denen keine festen Zeitpunkte festgelegt sind, ist entscheidend, dass genügend Schülerinnen und Schüler für die Bildung einer Klasse angemeldet sind.

Die Bewerbung für den praktischen Ausbildungsteil kann bei einer stationären oder ambulanten Pflegeeinrichtung erfolgen. Informieren Sie sich dazu direkt in den Einrichtungen in der Region.

Inhalte der Ausbildung

Die Ausbildung umfasst theoretischen und praktischen Unterricht in einer Altenpflegeschule sowie die praktische Ausbildung in einem Heim, einer stationären Pflegeeinrichtung oder in einer ambulanten Pflegeeinrichtung (ambulanter Pflegedienst). Unterricht und praktische Ausbildung wechseln sich meist in mehrwöchigen Blöcken ab, wobei der Anteil an der praktischen Ausbildung überwiegt.

Die Ausbildung in der Altenpflege ist bundesweit einheitlich durch das Altenpflegegesetz geregelt. Die Ausbildung dauert danach drei Jahre. Sie kann jedoch auch in Teilzeitform durchgeführt werden und in diesem Fall bis zu fünf Jahre dauern.

Kenntnisse und Fähigkeiten aus einer anderen abgeschlossenen Ausbildung, insbesondere in der Pflege, können angerechnet werden. Auf Antrag kann die Dauer der Ausbildung in der Altenpflege verkürzt werden.

Bei Krankenschwestern, Krankenpflegern, Kinderkrankenschwestern, Kinderkrankenpflegern sowie Heilerziehungspfleger/innen mit dreijähriger Ausbildung kann die Ausbildungsdauer um bis zu zwei Jahre verkürzt werden; bei Altenpflegehelfer/innen, Krankenpflegehelfer/innen, Heilerziehungspflegehelfer/innen kann eine Verkürzung um bis zu einem Jahr erfolgen.

Zudem kann auf Antrag die Dauer der Ausbildung im Umfang der fachlichen Gleichwertigkeit um bis zu zwei Jahre verkürzt werden, wenn eine andere abgeschlossene Berufsausbildung nachgewiesen wird.

Nach dem ersten und dem zweiten Ausbildungsjahr gibt es jeweils ein Jahreszeugnis der Altenpflegeschule über die Unterrichtsleistungen (ermittelt durch Klausuren, Referate und weitere Leistungen). In das Zeugnis fließen ebenfalls die Ergebnisse der praktischen Ausbildung ein.

Zum Ausbildungsende werden aus den Noten der einzelnen Lernfelder der Jahreszeugnisse Vornoten ermittelt, die anteilmäßig in die Abschlussprüfung eingerechnet werden.

Die staatliche Abschlussprüfung besteht dann aus schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfungsteilen. Die schriftliche Prüfung erfolgt an drei aufeinander folgenden Tagen, jeweils mit einer zweistündigen Klausur aus den verschiedenen Lernfeldern der Altenpflegeausbildung. Der mündliche Teil besteht aus drei zehnminütigen Prüfungen in den unterschiedlichen Themenbereichen. Die praktische Prüfung erfolgt in der Pflegeeinrichtung mit konkreten Fragen der Pflegeplanung und –durchführung.

Bei Nichtbestehen können einzelne Prüfungsteile einmalig wiederholt werden.

Im Abschlusszeugnis werden die Noten für die schriftliche, mündliche und praktische Leistung getrennt ausgewiesen.

Nach dem Erhalt des Zeugnisses über die bestandene Prüfung ist bei der zuständigen Behörde die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung „Altenpflegerin“ beziehungsweise „Altenpfleger“ zu beantragen.

Der praxisorientierte Unterricht in den Altenpflegeschulen umfasst mindestens 2.100 Stunden. Unterrichtsziel ist es, die Schülerinnen und Schüler auf berufliche Aufgabenstellungen und mögliche Handlungsabläufe praxisnah vorzubereiten.

Dabei gliedert sich der Unterricht in vier große Lernbereiche auf, die wiederum in Lernfelder unterteilt sind:

Lernbereich 1: Aufgaben und Konzepte in der Altenpflege (1.200 Stunden)

Lernfelder:

  • Theoretische Grundlagen in das altenpflegerische Handeln einbeziehen
  • Pflege alter Menschen planen, durchführen, dokumentieren und evaluieren
  • Alte Menschen personen- und situationsbezogen pflegen
  • Anleiten, beraten und Gespräche führen
  • Bei der medizinischen Diagnostik und Therapie mitwirken

Lernbereich 2: Unterstützung alter Menschen bei der Lebensgestaltung (300 Stunden)

Lernfelder:

  • Lebenswelten und soziale Netzwerke alter Menschen beim altenpflegerischen Handeln berücksichtigen
  • Alte Menschen bei der Wohnraum- und Wohnumfeldgestaltung unterstützen
  • Alte Menschen bei der Tagesgestaltung und bei selbst organisierten Aktivitäten unterstützen

Lernbereich 3: Rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen altenpflegerischer Arbeit (160 Stunden)

Lernfelder:

  • Institutionelle und rechtliche Rahmenbedingungen beim altenpflegerischen Handeln berücksichtigen
  • An qualitätssichernden Maßnahmen in der Altenpflege mitwirken

Lernbereich 4: Altenpflege als Beruf (240 Stunden)

Lernfelder:

  • Berufliches Selbstverständnis entwickeln

  • Lernen lernen

  • Mit Krisen und schwierigen sozialen Situationen umgehen

  • Die eigene Gesundheit erhalten und fördern

Die Schulen entwickeln zu den unterschiedlichen Lernfeldern fächerübergreifende Lernsituationen mit konkretem Bezug zu den Aufgaben des Berufsalltags. Meist geschieht das in Form von Fallbeispielen. Die Erarbeitung des Lernstoffs erfolgt dabei sehr eigenständig. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler von den Lehrkräften beratend und unterstützend begleitet.

Zur freien Gestaltung des Unterrichts stehen 200 Stunden zur Verfügung.

Die Schülerinnen und Schüler verknüpfen so das Wissen der verschiedenen Fachgebiete und lernen, Probleme individuell zu lösen.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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