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Geschichte des ASB

Von der Gründerzeit bis heute.

Der ASB ist als Wohlfahrtsverband und Hilfsorganisation politisch und konfessionell ungebunden. Wir helfen allen Menschen – unabhängig von ihrer politischen, ethnischen, nationalen und religiösen Zugehörigkeit. Mit unserer Hilfe ermöglichen wir den Menschen, ein größtmögliches Maß an Selbstständigkeit zu wahren. Wir helfen schnell und ohne Umwege allen, die unsere Unterstützung benötigen.

Die Zeiten ändern sich. Unsere Hilfe bleibt.

Im Jahr 2013 wurde wird der ASB 125 Jahre alt. Ein schöner Anlass zum Feiern, aber auch für einen Blick auf die eigene Expertise sowie auf die fachlichen Herausforderungen der Zukunft.

Im Jahre 1888 legten sechs Berliner Zimmerleute den Grundstein für den heutigen Arbeiter-Samariter-Bund.

An Arbeitsmaschinen kam es gegen Ende des 19. Jahrhunderts häufig zu schweren Unfällen. Auch Arbeitsschutz- oder Unfallverhütungsvorschriften wie wir sie heute kennen, gab es damals noch nicht. Die Rettungsdienste standen noch am Anfang. Es fehlten Sanitäter, die im Ernstfall schnell und kompetent handeln konnten. Ausgebildete Ersthelfer oder Verbandmaterial an den Arbeitsplätzen gab es damals auch noch nicht.

So setzten also die sechs Zimmerleute in einer Zeit, in der es weder Arbeitsschutzvorschriften noch Rettungsdienste gab und sich viele Arbeiter schwer verletzten, gegen viele Widerstände den ersten „Lehrkursus über die Erste-Hilfe bei Unglücksfällen“ durch. Sie waren nicht nur die Gründerväter des heutigen Arbeiter-Samariter-Bundes, sondern haben durch ihre Initiative auch der Notfallrettung in Deutschland wesentliche Impulse gegeben.

In Berlin gründete sich 1896 die erste Sanitätsdienstgruppe unter dem Namen „Arbeiter-Samariter-Kolonne“. Mit Räder- und Fahrradtragen wurden damals bereits Krankentransporte geleistet. In den Folgejahren entstanden auch in anderen Städten ASB-Kolonnen. Deren Mitglieder bildeten Laien in Erster Hilfe aus, führten Sanitätsdienste durch und eilten nach Unglücken herbei, um die Verletzten zu versorgen. Ab 1902 gab es die ersten ASB-Verbandtaschen.

Die Arbeiter-Samariter-Gruppen schlossen sich 1909 in Berlin, Dresden, Meißen, Köln, Hamburg und Elberfeld zum „Arbeiter-Samariter-Bund“ zusammen. Die erste Bundestagung des ASB fand 1910 in Dresden statt.

Der Erste Weltkrieg

Fast die Hälfte der inzwischen 6.600 ASB-Mitglieder wurde 1914 zum Kriegseinsatz eingezogen. Viele Helfer der mittlerweile 108 ASB-Kolonnen meldeten sich freiwillig, um Kriegsverletzte zu pflegen. Bei Kriegsende bestand der Arbeiter-Samariter-Bund nur noch aus 30 Kolonnen mit 1.400 Mitgliedern. Der ASB organisierte sich nach dem Ersten Weltkrieg neu. Die Zahl der ursprünglich 108 Kolonnen war auf 30 geschrumpft. Aufgrund der politischen Unruhen gab es jedoch einen großen Bedarf an ASB-Sanitätern. Allein beim Spartakus-Aufstand vom 5. bis zum 12. Januar 1919 in Berlin versorgten die Samariter 850 Menschen. Der ASB engagierte sich auch auf allen Gebieten der Volkswohlfahrt und legte damit den Grundstein für seine Funktion als Wohlfahrtsverband. Damalige Leistungen wie Hauskrankenpflege, Gesundheitsfürsorge und Kinderhilfe sind bis heute wichtige Aspekte der Arbeit des ASB. Während der Weltwirtschaftskrise zum Ende der 1920er Jahre versorgten die Arbeiter-Samariter hungernde und frierende Familien mit Lebensmitteln und Kleidung. Außerdem kümmerte sich der ASB um Sanitätseinrichtungen in den Betrieben und baute systematisch den motorisierten Rettungsdienst aus. Bereits 1932 existierten wieder 1.574 ASB-Kolonnen mit 52.362 aktiven Helfern.

Die zweite Weltkrieg und danach

Die Nationalsozialisten enteignen den Arbeiter-Samariter-Bund 1933. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahre 1945 konnte der ASB wieder in Deutschland aktiv werden. Der ASB beteiligte sich nach dem Zweiten Weltkrieg am Wiederaufbau Deutschlands. 1946 begannen die Neugründungen in den Gebieten der Westalliierten. Bereits Anfang der 1950er Jahre gab es in Westdeutschland 100 ASB-Kolonnen. In der DDR blieb der Arbeiter-Samariter-Bund verboten. Die Betreuung von Flüchtlingen aus der DDR war eine der Hauptaufgaben des ASB in den 1950er Jahren. Auch sonst konzentrierte sich der ASB wieder auf sein Selbstverständnis als Wohlfahrtsverband und Hilfsorganisation: Neben der Flüchtlingshilfe gehörten wie heute die Erste-Hilfe-Ausbildung, Sanitäts- und Rettungsdienst sowie der Krankentransport zu den Hauptaufgabenfeldern des ASB.

Hilfe für Alte, Kranke und Menschen mit Behinderung

Neue Aufgabenbereiche übernahm der ASB in den 1960er Jahren: Neben Einsätzen bei Katastrophen und Auslandseinsätzen setzte er sich vor allem in der Pflege von Hilfsbedürftigen ein. Krankenhäuser und Altenpflegeheime wurden eröffnet, und auch um behinderte, alte und kranke Menschen kümmerte sich der Arbeiter-Samariter-Bund. 1963 gab es den ersten mobilen Mahlzeiten-Service des ASB. Die ASB-Bundesgeschäftsstelle zog 1965 von Hannover nach Köln, wo sie auch heute noch ihren Sitz hat. Kinder- und Jugendhilfe sowie Flüchtlingsbetreuung wurden vom ASB in den 1980er Jahren ausgebaut. Mobile Soziale Dienste kamen ebenfalls dazu. In Wiesbaden und Köln führte der ASB die ersten Hausnotrufsysteme ein. Für Senioren entstanden Tagespflegeheime. 1988 feierte der ASB seinen 100. Geburtstag.

Vom Mauerfall bis heute

Nach dem Fall der Mauer im Jahre 1989 nahmen Bürgerinnen und Bürger aus der DDR Kontakt zum ASB auf. Sie wollten neue Hilfs- und Wohlfahrtsstrukturen aufbauen. Der ASB unterstützte dieses Vorhaben von Beginn an. So entstand der erste ASB-Ortsverband in Ostdeutschland 1990 in Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern. Bereits im Herbst 1990 gründeten sich in allen neuen Bundesländern die ASB-Landesverbände wieder. Der Arbeiter-Samariter-Bund ist heute in ganz Deutschland aktiv.

Start des Bundesfreiwilligendienstes 2011

Im Juli 2011 fiel der Startschuss für den neuen Bundesfreiwilligendienst (BFD). Verbunden damit war eine Aussetzung der Wehrpflicht und damit auch des Zivildienstes. Der ASB begrüßte zum 1. Juli 2011 die ersten Bundesfreiwilligen. Er wurde Zentralstelle sowohl für den BFD als auf für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ). Nicht nur Jugendliche, sondern auch ältere Menschen können seitdem einen BFD leisten.

Eröffnung der Hauptstadtrepräsentanz

Seit September 2012 ist der ASB mit einem Hauptstadtbüro auch in Berlin vertreten. Er hat sich als kompetenter Ansprechpartner für soziale Fragen für Bundestagsfraktionen, Ministerien und Medien in der Hauptstadt erfolgreich etabliert.

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